Mittelstrecke

Toyota MR2 AW11 1989 - Youngtimer

Himmelskörper: Wolfgang Kleins MR2 (AW11) fühlt sich im Sommer an der frischen Luft am Wohlsten

Toyota MR2 AW11 1989 - Felgen

Die alte Kante: Das Design ist ein Inbegriff dessen, was in den 80er Jahren angesagt war – Futurismus

Toyota MR2 AW11 1989 - Schweinwerfer

Augen auf im Verkehr: Die Klappscheinwerfer sorgen für gute Ausleuchtung und verleihen der Lichthupe Nachdruck

Toyota MR2 AW11 1989 - 4A-GELC Motor

Is’ was DOHC?: Der 1,6-Liter-Motor verrichtet seine Dienste nach wie vor eindrucksvoll und zuverlässig

Toyota MR2 AW11 1989 - Sportlenkrad

Handarbeit: Das Sportlenkrad ließ der 52-Jährige aus Lauterecken per Einzelabnahme eintragen. Heute hat er damit alles fest im Griff

Die 80er Jahre sind ein echter Meilenstein für die Verbreitung von Japanern in der europäischen Automobilwelt geworden. Honda brachte den erfolgreichen CRX (ED9, EE8) auf den Markt, Nissan konnte überraschend viele Sunny (B11, B12, N13) absetzen und Mitsubishi gelang mit Colt (A150, C10) und der ersten Galloper-Generation (L040) ebenfalls ein verstärkter Einzug in den deutschen Fahrzeugmarkt. Zu dieser Zeit war Toyota die Top-Importmarke und konnte europäische Käufer mit Corolla, Camry, Land Cruiser und sogar dem Tercel überzeugen. Wolfgang Klein verliebte sich in der Zeit der asiatischen Kanten jedoch in ein ganz besonders Schmuckstück – den MR2.


Es ist ein Morgen im August, Wolfgang nähert sich bei 18 Grad Außentemperatur seinem in der Garage residierenden roten MR2 AW11, der aussieht wie frisch vom Händler. Er befreit das Auto vom Targadach, das jedoch nicht wie üblich in einer rückwärtigen Transportgelegenheit seinen Platz findet, dreht den Zündschlüssel um und bewegt den Schaltknüppel freudig durch die Schaltkulisse. Die Klappscheinwerfer des AW11 erheben sich und erhellen den noch in Morgentau getauchten Innenhof. Das bollernde Geräusch des DOHC-Motors, der dem frisch verbrannten Sprit durch die selbstgebauten Cup-Rohre den Weg in die Freiheit bahnt, beginnt leicht aufzuheulen…der Traum rollt. 
So – oder so ähnlich – erlebt Wolfgang Klein den Weg zur Arbeit in seinem AW11, der von der Substanz her so gut ist, dass manche Neuwagenhändler sich für ihren Showroom schämen müssen. Das muss Liebe sein. Wolfgang war schon Ende der 80er vom MR2 begeistert, konnte sich finanziell aber nicht dafür stark machen, noch einen Zweitwagen zu besitzen. 1996 jedoch ergriff er die Gelegenheit beim Schopfe und schlug im richtigen Moment zu. Die gute Verarbeitung des Toyota MR2 AW11 spielte dem 52-Jährigen aus Lauterecken in die Karten, sodass er durch eigene Pflege auch heute noch ein – nach eigenen Angaben – 100% rostfreies Gefährt bewegt. Das sorgt natürlich für Aufruhr in der MR2-Szene, in der der Fahrer des roten Zweisitzers wahrlich kein Unbekannter ist. „Mein Wagen ist sehr beliebt in der MR2-Szene, weil er rostfrei ist und deshalb auch schon ein paar Pokale gewonnen hat. Der Zustand begeistert Besucher und Clubkollegen gleichermaßen“ resümiert Wolfgang die Reaktionen, die er für seinen AW11 erhält.
Das Erkennungszeichen seines Mittelmotor-Hecktrieblers sind derzeit die per Einzelabnahme eingetragenen Borbet „A“ 16-Zöller, sowie die Endrohre, die Wolfgang gemeinsam mit seinem Neffen an die Serienanlage des AW11 anschweißte. Von weitem ist der gepflegte MR2-Klassiker damit gut auszumachen und sieht auch schick aus. Gerade das Borbet-„A“-Design unterstreicht noch einmal die typischen Tugenden der 80er, in denen das Fünfspeichen-Design an roten Sportwagen aus Italien häufiger zu sehen war. Obwohl die Änderungen dezent und durchaus stimmig sind, hält Wolfgang jedoch nicht all zu viel von der Modifikation seines MR2: „Ich werde den MR2 im Laufe der Zeit wieder in den Urzustand zurückversetzen. Das Ziel ist, dass er in 8 Jahren ein H-Kennzeichen bekommt“.
Wie man heraushorchen kann, ist der 52-jährige Berufskraftfahrer jemand, dem der tadellose Urzustand seines Autos wichtig ist. Daher trifft man Wolfgang Klein auch nicht zwischen der vierten und fünften Umbauphase, sondern mit einem neuwertigen Klassiker an. Dass das kein leeres Gerede ist, kann jeder erkennen, der die Motorhaube seines MR2 öffnet und einen Blick auf das glänzende 4A-GELC-Triebwerk wirft, das der Besitzer mit einem verchromten Ventildeckel und einer verchromten Gaszughalterung versah. Der 1,6-Liter-DOHC-Motor sieht aus wie neu und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch laufen wie am ersten Tag.
Und wenn der schöne Zweisitzer aus Lauterecken am Ende eines Arbeitstages im Sonnenuntergang in die Garage gefahren wird und die Scheinwerfer des AW11 sich herunterklappen, vernimmt man als Ohrenzeuge bestimmt häufiger ein beruhigtes „Hach ja…“ aus Wolfgangs Mund. 
Einen Wunsch hat er jedoch noch: dass mehr MR2 am Leben erhalten werden und der Stellenwert japanischer Autos auch in der Youngtimer-Szene steigt. In diesem Sinne gehen Grüße raus an den „MR2 MK1 Club“, den der Pfälzer vor einem Jahr gründete und dem mittlerweile schon neun begeisterte Mitglieder angehören.


Himmelskörper: Wolfgang Kleins MR2 (AW11) fühlt sich im Sommer an der frischen Luft am wohlsten

Steinschlag Fehlanzeige: Die Front des MR2 schneidet die Luft anscheinend so gut, dass sich nichtmal Kiesel in die Gegend verirren

Modena?: So manche Frau denkt bei dem kleinen roten Zweisitzer vielleicht sogar an Ferrari – Borbet „A“ macht’s möglich

Die alte Kante: Das Design ist ein Inbegriff dessen, was in den 80er Jahren angesagt war – Futurismus

Neuwagenfeeling: So eine toll erhaltene Front findet man wohl kaum ein zweites Mal an einem W1-Modell

Augen auf im Verkehr: Die Klappscheinwerfer sorgen für gute Ausleuchtung und verleihen der Lichthupe Nachdruck

Gute Füllung: Die Borbet-16-Zöller passen gut in den Radkasten und sowieso ins Konzept

Antiquität: Rückleuchten wie diese gab es nach den 80ern nie wieder

Stay Cool: Die Luftschlitze sind keine optische Finesse sondern folgen reiner Funktionalität

Schweißkunst: Die Endrohre hat Wolfgang zusammen mit seinem Neffen an die Originalanlage angebracht – passt!

Rostikal: Hier blüht nichts, hier schwitzt nichts. Der MR2 hält der Witterung zuverlässig stand

Weltreise: Statt Gepäck nimmt man lieber etwas Bargeld in den Urlaub mit um einzukaufen – schließlich soll das Dach hier auch Platz finden

Original: Die Ledertasche für das Reserverad ist mit dem Wappenvogel des MR2 verziert

Is’ was DOHC?: Der 1,6-Liter-Motor verrichtet seine Dienste nach wie vor eindrucksvoll und zuverlässig

Belohnung: Wolfgang verschönerte das 4A-GELC-Triebwerk mit dezenten Chrom-Applikationen

Innovation: Das Cockpit ist unvergleichbar. Kanten wohin man sieht und Schalter, die an Stellen sitzen, wo sie niemand erwartet hätte

Handarbeit: Das Sportlenkrad ließ der 52-Jährige aus Lauterecken per Einzelabnahme eintragen. Heute hat er damit alles fest im Griff

Bella Italia: Ferrari lässt grüßen. Die Schaltkulisse stellte ein Clubkamerad in Eigenarbeit her

Kurvenjagd: Auch Youngtimer sind zum Fahren da – und es gibt wohl kaum etwas, was der Besitzer lieber tut

Bunter Hund: In der MR2-Szene bewegt sich Wolfgang nun seit über zehn Jahren

Unterwegs im Auftrag des Herrn: Wolfgangs AW11 wurde auf einem MR2-Treffen sogar schon gesegnet

Werk 1: Wolfgang besitzt wohl die größte MR2-Sammlung in Deutschland. Modellautos in allen Größen, Broschüren und Accessoires lagert er ansehnlich in seinem Heim

Von: Dennis Gauert / Fotos: Wolfgang Klein

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