
Himmelskörper: Wolfgang Kleins MR2 (AW11) fühlt sich im Sommer an der frischen Luft am Wohlsten

Die alte Kante: Das Design ist ein Inbegriff dessen, was in den 80er Jahren angesagt war – Futurismus

Augen auf im Verkehr: Die Klappscheinwerfer sorgen für gute Ausleuchtung und verleihen der Lichthupe Nachdruck

Is’ was DOHC?: Der 1,6-Liter-Motor verrichtet seine Dienste nach wie vor eindrucksvoll und zuverlässig

Handarbeit: Das Sportlenkrad ließ der 52-Jährige aus Lauterecken per Einzelabnahme eintragen. Heute hat er damit alles fest im Griff
Es ist ein Morgen im August, Wolfgang nähert sich bei 18 Grad Außentemperatur seinem in der Garage residierenden roten MR2 AW11, der aussieht wie frisch vom Händler. Er befreit das Auto vom Targadach, das jedoch nicht wie üblich in einer rückwärtigen Transportgelegenheit seinen Platz findet, dreht den Zündschlüssel um und bewegt den Schaltknüppel freudig durch die Schaltkulisse. Die Klappscheinwerfer des AW11 erheben sich und erhellen den noch in Morgentau getauchten Innenhof. Das bollernde Geräusch des DOHC-Motors, der dem frisch verbrannten Sprit durch die selbstgebauten Cup-Rohre den Weg in die Freiheit bahnt, beginnt leicht aufzuheulen…der Traum rollt.
So – oder so ähnlich – erlebt Wolfgang Klein den Weg zur Arbeit in seinem AW11, der von der Substanz her so gut ist, dass manche Neuwagenhändler sich für ihren Showroom schämen müssen. Das muss Liebe sein. Wolfgang war schon Ende der 80er vom MR2 begeistert, konnte sich finanziell aber nicht dafür stark machen, noch einen Zweitwagen zu besitzen. 1996 jedoch ergriff er die Gelegenheit beim Schopfe und schlug im richtigen Moment zu. Die gute Verarbeitung des Toyota MR2 AW11 spielte dem 52-Jährigen aus Lauterecken in die Karten, sodass er durch eigene Pflege auch heute noch ein – nach eigenen Angaben – 100% rostfreies Gefährt bewegt. Das sorgt natürlich für Aufruhr in der MR2-Szene, in der der Fahrer des roten Zweisitzers wahrlich kein Unbekannter ist. „Mein Wagen ist sehr beliebt in der MR2-Szene, weil er rostfrei ist und deshalb auch schon ein paar Pokale gewonnen hat. Der Zustand begeistert Besucher und Clubkollegen gleichermaßen“ resümiert Wolfgang die Reaktionen, die er für seinen AW11 erhält.
Das Erkennungszeichen seines Mittelmotor-Hecktrieblers sind derzeit die per Einzelabnahme eingetragenen Borbet „A“ 16-Zöller, sowie die Endrohre, die Wolfgang gemeinsam mit seinem Neffen an die Serienanlage des AW11 anschweißte. Von weitem ist der gepflegte MR2-Klassiker damit gut auszumachen und sieht auch schick aus. Gerade das Borbet-„A“-Design unterstreicht noch einmal die typischen Tugenden der 80er, in denen das Fünfspeichen-Design an roten Sportwagen aus Italien häufiger zu sehen war. Obwohl die Änderungen dezent und durchaus stimmig sind, hält Wolfgang jedoch nicht all zu viel von der Modifikation seines MR2: „Ich werde den MR2 im Laufe der Zeit wieder in den Urzustand zurückversetzen. Das Ziel ist, dass er in 8 Jahren ein H-Kennzeichen bekommt“.
Wie man heraushorchen kann, ist der 52-jährige Berufskraftfahrer jemand, dem der tadellose Urzustand seines Autos wichtig ist. Daher trifft man Wolfgang Klein auch nicht zwischen der vierten und fünften Umbauphase, sondern mit einem neuwertigen Klassiker an. Dass das kein leeres Gerede ist, kann jeder erkennen, der die Motorhaube seines MR2 öffnet und einen Blick auf das glänzende 4A-GELC-Triebwerk wirft, das der Besitzer mit einem verchromten Ventildeckel und einer verchromten Gaszughalterung versah. Der 1,6-Liter-DOHC-Motor sieht aus wie neu und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch noch laufen wie am ersten Tag.
Und wenn der schöne Zweisitzer aus Lauterecken am Ende eines Arbeitstages im Sonnenuntergang in die Garage gefahren wird und die Scheinwerfer des AW11 sich herunterklappen, vernimmt man als Ohrenzeuge bestimmt häufiger ein beruhigtes „Hach ja…“ aus Wolfgangs Mund.
Einen Wunsch hat er jedoch noch: dass mehr MR2 am Leben erhalten werden und der Stellenwert japanischer Autos auch in der Youngtimer-Szene steigt. In diesem Sinne gehen Grüße raus an den „MR2 MK1 Club“, den der Pfälzer vor einem Jahr gründete und dem mittlerweile schon neun begeisterte Mitglieder angehören.
Von: Dennis Gauert / Fotos: Wolfgang Klein
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